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schwarzspringer erweiterte Agenturspitze

08.03.2015, Kontakter: Roland Schwarz beteiligt Strategin Janina Wehmeier an der Agentur; Alexander Hotz übernimmt den Vertrieb. Die Stuttgarter verteidigen Ensinger.

 

Die Zukunft der Stuttgarter Agentur schwarzspringer ist gesichert. Roland Schwarz, 48, holt sich mit Janina Wehmeier eine Partnerin, die sukzessive Anteile übernehmen soll. Wehmeier ist 27 Jahre alt, seit vier Jahren in der Firma und dort für Strategie und Planung verantwortlich. Thomas Andresen, letzter Mitgesellschafter, hat seine Anteile an Schwarz zurückgegeben. Der Weg war frei für einen Neuanfang. „Bis ich 65 bin, so der Plan, könnte Janina 50 Prozent der Anteile bekommen", sagt Schwarz. Der Kreative hält viel von seiner neuen Partnerin. „Sie ist ein kluger Kopf, in der Lage zu widersprechen und sie krempelt die Ärmel hoch. „Mit fünf Prozent steigt sie demnächst ein; in zwei bis drei Jahren könnte Janina Wehmeier auch Geschäftsführerin werden. schwarzspringer hat keine leichte Zeit hinter sich. Nach dem Ausstieg von Mitinhaber Stefan Springer (Kontakter 02/2014) musste die Agentur sich selbst und ihr Kundenportfolio stabilisieren. 20 Leute arbeiten im Hochhaus am Charlottenplatz, die Zahl ist über die Jahre stagniert. schwarzspringer gibt es seit 2007. Das Bestandskundengeschäft - Nexus, AMG, Bosch- wächst aber wieder; jüngst hat schwarzspringer die Wassermarke Ensinger zurückgewonnen. Roland Schwarz geht optimistisch in die Zukunft. „Wir haben so viele Termine wie noch nie", sagt er.
Mit Alexander Hotz, seit einem Jahr Geschäftsleiter Vertrieb, klappert er potenzielle Auftraggeber ab. Hotz war lange selbst in Unternehmen tätig, jetzt kümmert er sich ums Neugeschäft der Agentur. Gerne hören die beiden Männer den Begriff Neugeschäft nicht: „Uns geht es nicht ums Networking", sagen sie. „Wir verkaufen etwas." Alles dreht sich in Stuttgart um „das eine Bild", gleichzeitig Gründungsmythos von schwarzspringer und Methode. Hotz hat sich die Positionierungen der Werbeagenturen in Deutschland angeschaut und nennt das Ergebnis das „Gruselkabinett der austauschbaren Slogans". Keine Agentur wisse so recht, wofür sie stehe. schwarzspringer dagegen arbeite für jede Marke „das eine Bild" aus, das einem Konsumenten sofort in den Sinn komme, wenn er an eben diese Marke denke. An Beispielen dafür fallen ihm das Beck's Schiff, die Krombacher Insel und das HB-Männchen ein. „Das eine Bild" war es auch, das Wehmeier, Hotz und Schwarz zusammen brachte. „Das hat mich überzeugt", sagt Wehmeier. Zu dritt wollen sie auf Wachstumskurs gehen. Dafür erweitern sie auch das Geschäftsmodell. schwarzspringer bekommt eine Abteilung für Produktentwicklungen, eine eigene GmbH. Die Idee: Erst entsteht auf dem Reißbrett das Markenbild, dann das Produkt dazu. Eine Idee setzt die Agentur bereits um. Es handelt sich um eine Süßware, die alle Kriterien des „einen Bildes" erfülle. Die Marke folgt demnach den unbewussten Sehnsüchten der Verbraucher, im Markt präsentiert sie sich sinnlich und unverwechselbar; wiederkehrende Muster prägen sich ein. Im Januar kommt das Produkt auf den Markt.